Fetisch Fotografie Julian Baker

Unsere Serie präsentiert die spannendsten Fetish Fotografen international. Diesmal mit Bildern  gegen den Mainstream des englischen Fotografen Julian Baker.

 

Was reizt dich an Themen wie Fetisch, BDSM oder Aktfotografie?

Ich würde nicht sagen, das man meine Fotografie in eine Kategorie stecken kann, da alle meine Bilder darauf abziehlen, Erregung vorherzurufen. Die Bilder, die ich erschaffe, befassen sich damit wie Sexualität und Nackheit wahrgenommen wird. Aber auch gleichzeitig stigmatisiert und von den westlichen Medien ausgenutzt werden. Was mich reizt, ist die Möglichkeit gegensätzliche Reaktionen und Emotionen hervorzurufen, wenn der Betrachter sich mit einem einzelnen Bild auseinander setzt.

Zum Beispiel wenn man durch den Anblick der Nackheit begeistert ist, während ein anderer Aspekt im Bild, der aus dem Zusammenhang gerissen wurde, den Betrachter erschüttert, dann wird dieser gezwungen, das Bild auf verschiedenen Ebenen zu bewerten.

Ich genieße die Zusammenarbeit mit Menschen aus der Fetisch-Welt. Ihre Ansichten über Nacktheit sind in der Regel besser durchdacht, als die von „Zivilisten“.

So dass sie in der Lage sind, die Ideen hinter der Arbeit, ohne sich in moralischen Fallen zu verheddern, zu diskutieren. Denn oft herrscht  das Denken der Mainstream-Kultur, mit ihrer biographischen Unsicherheit von prüder Lust.

Fetisch Fotografie wird immer populärer. Warum gab es lange Jahre so viele Vorurteile?

Einer der Gründe, warum ich mich nackter Portraitkunst zuwende, ist natürlich, dass es in der westlichen Kultur immer noch ein Tabu ist.

Fetisch Bilder außerhalb der Pornobranche tauchten erstmals durch homosexuelle Kultur mit Künstlern wie Mapplethorpe auf, der die Vorhut dieser Kunst darstellte.

Es ist die allmähliche Akzeptanz, die in der Mainstream-Kultur ankommt. Ich denke das kam mit der Bedrohung durch AIDS, daas Ende der 70er Jahre kam und an die Promiskuität gebunden war: Single-Bars; die Pille als Verhütungsmittel. Wir sind zurückgekehrt zu einer Kultur von Monogamen Bezíehungen, in denen Menschen Wege finden müssen, um ihren Sex mit einem einzigen Partner zu erforschen.

Deshalb gehören Elemente wie Bondage oder Latex nicht mehr exklusiv zu „ Ausseitengruppen“. Das entfernt automatisch die dagwesenen Stigmata und sichert es der Mode und Werbung.

Gibt es für Dich Tabus während einem Fotoshooting?

Nein. Aber meine Arbeit fällt in ein ganz schmales Band verschiedener Interessen. Wie wir Sexualität ausblenden und sie gleichzeitig darstellen. Wie wir Paarungsrituale inszenieren, während sie nicht zu sehen sind. Nicht wie eine angeborene animalische Eigenschaft, sondern als Ausdruck des freien Willens und der Individualität. Tabu-Themen liegen außerhalb meiner zentralen Themen. Ich bin nicht interessiert an Anstößigem oder spannender Pornografie, die dann das Publikum begeistern könnte, sondern nur an wahrheitsgemäßen Ideen.

Hast du einen speziellen Fetisch, von dem du uns erzählen möchtest?

Analoge Filme, die nach süßlichen Chemikalien riechen und in einem roten, dunklen Raum entwickelt werden.

Was inspiriert dich? Gibt es Fotografen oder andere Künstler, die deine Arbeiten beeinflussen? Oder vielleicht etwas Generelles aus deinem Leben?

Die frühen Arbeiten von Ryan McGinley inspirierten mich, meine Kamera zu nehmen und an zufangen Aktbilder zu schießen. Aber seinen Einfluss sieht man nicht in meinen Bilder. Ich bin außerdem ein Fan von Marylin Minter.  Aber im Bezug auf meine eigene Inspiration, geht es mir vor allem darum zu Beobachten. Zu sehen wie sich Menschen verhalten, wenn sie nackt sind. Ob heimlich oder offen. Und wie unsere Lust durch Nacktheit beeinflusst wird.

Unperfekter oder Perfekter Körper. Was reizt dich mehr?

Der Unperfekte. Auch wenn ich meine Phrase als etwas ironisches ansehe. Da dies oft die Definition ist, die die Medien und Popkultur verwendet. Der einzig unperfekte Körper wäre einer, der im Kampf mit sich selbst ist: zum Beispiel einer der Krebs hat.

„Der perfekte Körper“ steht politisch korrekt für : Weiße, magere Mädchen. Um sich selbst so in seiner Weltsicht zu beschränken, das wäre wie danach zu fragen, immer nur die Tonart C hören zu dürfen.

Welche Musik oder welcher Song verkörpert deine Kunst?

Das hängt davon ab welche Personen beteiligt sind und natürlich vom Konzept des Shootings. Gelegentlich kann Musik die Stimmung am Set inspiriern. Aber oft wählen die Models die Musik aus, damit sie sich wohlfühlen und natürlich bewegen.

Welche Projekte oder Träume möchtest du dir in deiner künstlerischen Zukunft erfüllen?

So finanziell unabhängig zu sein, das ich Kunst machen kann, ohne sie verkaufen zu müssen.

 

Alter: 51

Ausbildung: Ja

Land: England

Website: http://www.julianbaker.com

Kontakt:julianbaker@julianbaker.com

Nächste Ausstellung:  Nicht geplant

 

Neo

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