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Sie sind jung. Sie sind devot. Und sie lieben dominante Frauen.

Die neue Generation selbstbewusster Männer hat keine Scheu, ihre sexuellen Bedürfnissen zu äussern und ihren eigenen Kopf haben. Auch Männer wollen sich hingeben, Härte spüren, sich völlig fallen lassen und Abenteuer eingehen, in denen sie zu folgen haben, und das, ohne ihre Männlichkeit dabei zu verlieren. Wir zeichnen ein Portrait selbstbewusster, emanzipierter Sklaven, die wissen was sie wollen und zu ihrer Unterwerfung stehen. Weg mit den Klischees. Weg mit der Sprachlosigkeit. Wir geben ihnen eine Stimme. Heute mit Marco 32, aus Hamburg.

Wie hat alles bei Dir begonnen und wann wurde dein Interesse an BDSM geweckt?

Mein Interesse für BDSM bestand eigentlich schon seitdem sich meine Sexualität entwickelt hat. Ich kann nicht einmal sagen, diese oder jene Auslöser gab. Es war dieser Funke, der bei mir zum Flächenbrand wurde. Es war einfach da. Ich begann schon relativ früh mit ersten „Selbstversuchen“, die allerdings rückwirkend betrachtet vor allem eines waren: Extrem. Es hat sehr lange gedauert, bis ich meine ersten Erfahrungen mit jemandem aus der Szene hatte. Dafür gab es viele Gründe. Ich entstamme einer eher konservativen Dorfgemeinschaft. SM war lange Zeit medial kein Thema und es war sehr schwer für mich anfangs, Vertrauen zu haben oder mich auf das „Gefährliche, das Ungewisse“ einzulassen. Bereut habe ich es aber nie. Schlechte Erfahrungen waren immer nur zwischenmenschlicher Natur. Das ist aber etwas, dass einem auch immer wieder als Stino passiert.
Seit wann weißt du, dass du devot bist und von Frauen dominiert werden willst?

Das ist leicht: Seitdem ich mir meiner  Sexualität bewusst bin. Dabei geht es mir aber nicht vorrangig um das dominiert werden. Da ich zu überwiegenden Teilen Masochist bin, ziehe ich mehr aus dem erlebten Schmerz meinen Kick als aus dem „sich fügen“. Aber ich gebe auch zu, dass es mich dann doch wieder sehr reizt, wenn es eine Frau schafft, mir meinen devoten Teil zu entlocken.

Auf was stehst du dabei genau?

Meine Vorlieben richten sich klar im Bereich CBT, Fixierungen und/oder Orgasmuskontrolle aus. Ich habe eine hohe Affinität zu Melkspielen bzw. Mehrfachentsamungen. Ich bin da eigentlich ziemlich offen für diverse Praktiken, solange das Beste an mir, danach noch funktioniert. Kleiner Spaß! (lacht) Bleibende Schäden sollte es nicht geben, wobei ich eine Kleine Narbe eher als Trophäe bezeichnen würde, statt als bleibenden Schaden.

Dinge die dich an Frauen faszinieren und anziehen?

Ganz klar allem Anderen vorne weg: Ein toller Charakter über das Spiel hinaus. Ich schätze Frauen sehr, die sich als tolle Kumpelinnen erweisen, aber im Spiel oder dem „anderen Leben“ sadistisch und unnachgiebig sind. Diese Art von Kontrast hat mich schon immer sehr gereizt und wird es wohl noch lange tun. Darüber hinaus ist es nicht mal wichtig für mich, wie jemand aussieht. „Nobody´s perfect“ und das ist auch gut so. Allerdings finde ich es immer attraktiver, wenn jemand irgendwie ein alternatives, individuelles Aussehen hat. Nicht zu schlank – eher im Gegenteil. Normal hingegen ist fast schon langweilig. Und was auch absolut wichtig für mich ist: Die Person muss Open Minded sein. Die Mischung aus diesen Sachen ist immer ein Volltreffer.

Dein liebstes Spielzeug aus dem Eufory Shop? 

Mein liebstes Toy ist der Lederstring mit drei Dildos!

Was ist das Besondere an BDSM für dich?

Das Besondere ist für mich, dass man in verschiedene Rollen schlüpfen kann.  Man ganz sich selbst sein kann und dabei auch das Rudimentäre an und in sich leben kann. Man muss sich nicht verstellen und es gelten keine gesellschaftlichen Konventionen. Das ist sehr befreiend. Außerdem reizt mich sehr die Vielfalt, die BDSM bietet. Das gib es nirgendwo anders.

Weiß dein Umfeld davon? Wie denkst du darüber offen mit dem Thema umzugehen?

Das ist sehr gespalten. Mein engster Freundeskreis weiß davon, kann aber nur bedingt etwas damit anfangen. Bekannte wissen es nicht, aber das wäre auch sinnlos. Meine Familie weiß es auch nicht. Außenstehende wissen es auch nicht und die geht es auch nix an. BDSMler erkennen sich sowieso – auch ohne Ring der O. Den offenen Umgang damit finde ich bei anderen immer sehr beachtenswert, allerdings denke ich auch der Mensch braucht seine Geheimnisse, seine dunkle Seite. Es ist spannender darauf zu stoßen und sie auszugraben, statt sie auf dem Tablett serviert zu bekommen.

Gibt es Probleme und wenn ja welche? 

Probleme sind mir soweit nicht bekannt, außer das unsägliche Missverhältnis von dominanten Frauen zu devoten/masochistischen Männern. Da herrscht empfunden immer ein ziemlicher Männerüberschuss. Außerdem haben Frauen ab einem gewissen Alter ziemliche Probleme mit Jüngeren. Ein ewiger Kampf, diese alten Vorurteile aufzubrechen und diese Blockaden zu lösen.
Hast du Berührungen mit der Szene und wie findest du Kontakt als Einsteiger?

Bisher habe ich noch keine Berührungen mit der Szene gehabt, abgesehen davon, dass ich mir hin und wieder mal die Eine oder Andere Szenegängerin rausgepickt habe. Ich gebe zu, dass ich (meist aus zeitlichen Gründen) in der Regel im Internet auf die Jagd gehe. Das ist erfolgversprechender, da sich real viele nicht gern ansprechen lassen. Jedenfalls im Alltag. Auf Partys mag das anders sein, aber da war ich wie gesagt noch nie. Allerdings steht mein erster Besuch unmittelbar bevor und ich bin gespannt wohin die Reise geht.

Gedanken zur Szene generell?

Ich kann nur von ein Paar Erfahrungen mit Personen aus der Hamburger Szene sprechen und die Waren durchwachsen. Etwas zuviel Selbstdarstellung für mich, aber ich denke das gehört eben irgendwie dazu – ob man das mag oder nicht.

Neo

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