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Nachgefragt!

 

Jemina Ropecat ist BDSM-lerin, seit 19 Jahren in der Hamburger SM-Szene, hat vor sieben Jahren selbst begonnen zu fesseln und leitet seitdem zusammen mit Ihrem Bondage-Partner Matthias Grimme unzählige Bondage-Workshops, in denen Sie Einsteigern zeigt, was man alles mit Seilen machen kann. Sie kennt die BDSM Szene gut, auch die Vorurteile gegenüber dieser und arbeitet nun seit fast fünf Jahren in der Kundenbetreuung des BDSM Eufory Shops in Hamburg. Dort ist sie nicht nur die gute Seele des Hauses, sondern weiß auch genau, was Menschen brauchen, die sich für das Thema interessieren. 

 

Was ist genau BDSM für Dich – im Alltag generell?

BDSM kann viele Seiten haben und ist ein buntes Potpourri. Bereits das Wort BDSM spiegelt es wider:

Bondage und Discipline, Dominance&Submission, Sadism& Masochism. Ich selbst habe einen Faible für Bondage, stehe aber ebenfalls auf Sadismus. Im Alltag ist es für mich wichtig, meinem Partner auf Augenhöhe zu begegnen, es gibt aber durchaus Situationen, wo wir BDSM mit einfließen lassen.

Wie können sich Einsteiger dem Thema nähern?

Zum einen kann man sich im Internet auf vielen Seiten informieren. Es gibt verschiedene Foren wie zum Beispiel Gentledom.de oder auch den Joyclub.de um nur mal 2 Seiten zu nennen.

Wenn man sich mit Gleichgesinnten Treffen möchte, bieten sich auch Stammtische oder SM-Cafes an – eine Übersicht darüber findet man zum Beispiel auf Schlagzeilen.com , beziehungsweise in den Sachbüchern von den Schlagzeilen.

Wie ist die BDSM Szene Hamburgs? Unterschied zu Berlin?

Ich denke, die Hamburger Szene ist kleiner als die Berliner Szene. Wir haben hier zwar das Catonium als größte SM-Location mit verschiedenen Veranstaltungen und das Basement als BDSM-Bar, aber in Berlin gibt es deutlich mehr Ausgehmöglichkeiten.

Wie hat sie sich seit den letzten 10Jahren verändert?

BDSM ist immer mehr zum Mainstream geworden. Früher war es deutlich schwerer, Informationen zu bekommen oder Gleichgesinnte zu finden. Man war froh, wenn man einen Stammtisch ausfindig gemacht hatte und dort viele Informationen (auch über Parties) bekommen hat. Das hat sich natürlich durch das Internet deutlich verändert. Es ist sehr viel einfacher, über Neigungen oder Vorlieben in Chaträumen oder Portalen zu reden, da man ja deutlich anonymer ist. Leider hat die Qualität der Informationen darunter gelitten: früher haben Dich die „alten Hasen“ in die Szene eingeführt und heute glaubt jeder zu dem Thema was sagen zu können.

Vorurteile gegenüber dem Thema Bondage/ SM , mit denen man immer wieder konfrontiert werdet?

„Das tut doch sicherlich weh.“ ist einer der Sätze die ich am meisten gehört habe in den letzten Jahren. Beim Fesseln entstehen Seilspuren, wenn mein Partner mich geschlagen hat sieht man blaue Flecke. Das es aber auch eine zweite Seite gibt – das Gewicht ist gut in den Seilen verteilt, also tut da normalerweise nichts weh, bzw. ist jemand der eine Schlagsession hinter sich hat, oftmals Stolz auf seine Spuren – wird selten vermutet. Bei Bondage/SM geht es für mich nicht darum, den Partner klein zu machen, sondern das man gemeinsam auf eine Reise geht und beide gestärkt rausgehen.

Wie hat sich das Thema in der Öffentlichkeit verändert? Es gibt ja mittlerweile kommerzielle Literatur, Filme und Mode..

Es ist modern geworden, über BDSM in den Medien zu berichten – leider ist eine vernünftige Berichterstattung sehr selten. Zum Beispiel wurde in den letzten 1 ½ Jahren Shades of Grey zum Hype, und alle glaubten, aha, so ist es also in der SM Szene. Das es aber ein reiner Unterhaltungsroman ist, sehen viele nicht.
Warum denkst du wird das Thema immer dogmatisiert?

Ich persönlich glaube, das BDSM zu vielseitig ist um dogmatisiert werden zu können. Aber sicherlich sehen viele das Thema als die „einzig wahre Lebenseinstellung“ an. Ich selbst bin zwar immer gerne für alle Fragen zum Thema BDSM zu haben, will aber niemanden überzeugen, dass man nur so und nicht anders leben kann.

Wie sollte man damit umgehen, wenn Menschen einen deswegen diskriminieren?

Leider ist Diskriminierung noch immer sehr verbreitet. Wenn sich einem die Chance bietet, sollte man versuchen, ein neutrales und offenes Gespräch mit der Person zu führen und für Aufklärung zu sorgen. Dieses ist aber nicht immer so einfach. Leider gibt es auch immer wieder Diskriminierung in der Partnerschaft oder im Job wegen BDSM. Dort kann vielleicht eine außenstehende, neutrale Person vermitteln.

Highlights und Zukünftiges im Eufory Store?

Wir wollen unseren Kunden immer mehr individuelle Artikel anbieten, die sie auch ganz nach Ihren Wünschen gestalten können. Unser Sortiment an Lederfesseln soll die Kunden anregen, sich gerne auch Ihre eigenen Wünsche zu gestalten und von uns umsetzen zu lassen. Einen weiteren Schwerpunkt werden wir im Bereich veganes Spielzeug setzen, und auch gerne beratend vor Ort tätig sein.

Was für Termine, Kurse und Messen stehen 2015 an?

Es wird noch eine Reihe von Workshops zum Thema Bondage, Hauen und Nadeln geben: Details dazu findet man auf unserer Seite Bondageproject.com
Und live vor Ort kann man uns natürlich auch wieder in 2015 als Gemeinschaftsstand mit den Schlagzeilen auf der Boundcon in München sehen.

 

Weitere Infos

Rope-Art auf der Erotikmesse Venus mit Jemina Ropecat

Bondageprojekt Hamburg 

Der BDSM Shop Eufory – Homepage 

Extravaganz in Hamburg – Exklusive SM Wünsche 

 

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