Ihr sucht noch anregende Lektüre für den Urlaub oder wollt einfach mal wieder via Kopfkino auf eine verdammt heiße Abenteuerreise gehen? Dann solltet Ihr unbedingt einen Blick in Eva D. Blacks Debütroman „Die Augen des Beschenkten“ werfen. Die Autorin schreibt nicht nur über eine D/s Beziehung und alle Herausforderungen, die Alltag, Kinder und Beruf dabei mit sich bringen, sie lebt ihre Leidenschaft für D/s auch privat aus. In einem Interview hat sie uns zu diesem Thema so einiges verraten.

SMler: In Deinem Roman leben die Protagonisten David und Lea ihre D/s-Beziehung konsequent aus – und das trotz aller Herausforderungen, die Alltag, Kinder und Beruf mit sich bringen. Du verrätst in Deiner Vita, dass Du diese Situation aus dem eigenen Leben kennst. Wie schafft man es, sich aus der täglichen Routine heraus wieder in eine sinnliche Stimmung zu versetzen, um die Session wirklich genießen zu können?

Eva D. Black: Tatsächlich war das anfangs nicht ganz einfach. Ein schnelles Umschalten ist mir schwergefallen und mit dem Babyphone am Ohr konnte ich mich oft nicht wirklich fallen lassen. Inzwischen ist das überhaupt kein Problem mehr – ein paar Kerzen, Musik und die Gewissheit, dass die Tür verschlossen ist reichen aus, um abzutauchen. Wir sind Weltmeister darin, leise zu spielen. Außerdem werden die Kinder größer, sind manchmal bei Freunden über Nacht oder bleiben auch mal ein Wochenende bei den Großeltern. Das verschafft uns Freiräume, die wir uneingeschränkt nutzen und genießen.
Allerdings ist eine D/s-Beziehung ja nicht ausschließlich auf Sessions beschränkt. Unterschwellig ist das Thema ständig präsent und wichtiger Bestandteil der täglichen Routine. Das macht den Alltag so besonders.

Gibt es in dem Buch auch Passagen die Du selbst so in einem Spiel erlebt hast?

Ja, sehr viele sogar. Die meisten natürlich etwas abgeändert aber ein paar wenige Passagen haben genau so stattgefunden. Manche Szenen entwickelten sich während des Schreibens, das war oft sehr intensiv. Ganz deutlich konnte ich Leas Gefühle spüren, ich hatte Herzklopfen, war erregt und emotional aufgewühlt – eben voll und ganz Lea.
Ich könnte nichts beschreiben, was ich nicht auf die ein oder andere Art und Weise auch erlebt habe.

Die Fifty Shades of Grey Triologie beschreibt eine fiktive SM-Beziehung, die nicht einvernehmlich ist und vermittelt zahlreichen Lesern ein unschön verzerrtes Bild davon, wie wir BDSM-Anhänger unsere Leidenschaft ausleben. Hier möchtest Du mit Deinem Roman gegensteuern. Was sind für Dich die wichtigsten Aspekte einer funktionierende D/s-Beziehung?

Liebe und Vertrauen würde ich spontan an erster Stelle nennen. Respekt, Offenheit und Achtsamkeit. Aber auch Lust – wir haben sehr viel Spaß miteinander. Eigentlich sollte das doch für alle Beziehungen gelten.
Bei unserer Heirat haben wir uns versprochen, „uns zu lieben, zu achten und zu ehren – alle Tage unseres Lebens“. Das tun wir. Und zwar genau so, wie es gut für uns ist.

Durch manche Kommentare meiner (nicht BDSM-erfahrenen) Testleser ist mir wieder einmal bewusst geworden, wie wenig Außenstehende diese Art Beziehung verstehen können. Es war für die meisten nicht nachvollziehbar, dass es immer noch einvernehmlich ist, auch wenn Lea weint und jammert. Mehrmals wurde der Wunsch geäußert, die heftigen Szenen, vor allem wenn es um Bestrafung geht, zu entschärfen. Natürlich habe ich das nicht getan, aber ich habe versucht es zu erklären, indem Lea mit ihrer Freundin ausführlich darüber spricht. Ich hoffe, das ist mir gelungen.

Hast Du auch schon mal die aktive Seite ausprobiert?

Nein. Weder mein Mann noch ich hatten jemals das Bedürfnis, die Seiten zu wechseln.

Wie wichtig ist das Einhalten der festgesetzten Regeln für die Beziehung?

Grundsätzlich natürlich sehr wichtig. Aber…
… da gibt es zum einen die Regeln des Alltags. Es ist zwar wichtig für mich, dass sie festgelegt sind, allerdings nehme ich es mit deren Einhaltung manchmal nicht ganz so genau. Wir haben beide Spaß daran, dass ich sie hin und wieder bewusst missachte.

… anders ist es bei den BDSM-Spielregeln. An Grenzen zu führen und an Grenzen geführt zu werden erfordert ein Höchstmaß an gegenseitigem Vertrauen. Sämtliche Mauern fallen zu lassen und alles von sich Preis zu geben, macht extrem verletzlich. Beide Seiten müssen sich darauf verlassen können, dass die Regeln eingehalten werden.

Vor Deinem sozialen Umfeld hältst Du Deine BDSM-Leidenschaft geheim, empfindest Du das eher als anstrengend oder hat das Verstecken auch reizvolle Seiten?

Ich empfinde das weder als anstrengend, noch als besonders reizvoll. Es ist einfach so, und wir haben kein Problem damit. Es verbindet uns, ein Geheimnis zu haben. Meine engsten Freunde wissen davon, darunter sind auch Gleichgesinnte und es ist sehr schön, sich auszutauschen. Alle anderen müssen es nicht wissen. Möglicherweise ändert sich meine Einstellung dazu, wenn die Kinder erwachsen sind.

Gibt es einen besonders schönen Moment in Deiner Beziehung, an den Du immer wieder gerne zurückdenkst und der Dir klar gemacht hat, dass Dein Partner genau der richtige Mann für Dich ist?

Was gibt es Schöneres, als den Partner im Alltag bewusst wahrzunehmen, zu flirten, aufeinander zu achten und sich Gutes zu tun? Und das nach vielen Ehejahren. Ich nehme das nicht als selbstverständlich hin, sondern weiß es sehr zu schätzen. (Was nicht heißen soll, dass wir uns nicht auch mal auf die Nerven gehen.)
Die ganz besonders schönen Momente gibt es natürlich. Das sind oft Kleinigkeiten, zum Beispiel während einer Session. Aber das sind UNSERE Momente.
Ein erfülltes Sexleben, Gelassenheit im Alltag und eine tiefe innere Zufriedenheit lassen keinen Zweifel daran, dass mein Partner genau der richtige Mann für mich ist.

Habt ihr euch über BDSM kennengelernt oder eure Leidenschaft gemeinsam entdeckt?

Nein, wir haben uns nicht über BDSM kennengelernt. Ich war mir meiner Neigung zwar schon seit Jahren bewusst, hatte aber – genau wie Lea – lange Zeit nicht den Mut, darüber zu reden. Dabei war mein Mann immer für alles offen. Wir haben uns vorsichtig herangetastet, ausprobiert und uns stetig weiterentwickelt. Es gibt immer noch so viel zu entdecken.

Was ist Dein persönlicher BDSM-Lieblingsroman und warum?

Ich muss ein wenig über die Frage schmunzeln, denn in meiner Danksagung schreibe ich, dass ich mir mit „Die Augen des Beschenkten“ meinen ganz persönlichen Lieblingsroman geschaffen habe… Wer könnte besser beschreiben, was ich am liebsten mag, als ich selbst?
Aber im Ernst, ich lese wahnsinnig gerne und es gibt sehr viele schöne BDSM-Geschichten, einen Lieblingsroman habe ich allerdings nicht.
Ein wichtiges Buch für mich persönlich ist „Devot“ von Cosette. Ich habe es meinem Mann vor vielen Jahren „zufällig“ untergejubelt und es war der Auslöser, einen Schritt weiterzugehen und unsere Leidenschaft deutlich konsequenter zu leben.

Gibt es schon Pläne für ein weiteres Buch?

Zunächst brauche ich jetzt Zeit für die Familie. Das Schreiben hat mir unheimlich viel Spaß gemacht und es wird auf jeden Fall ein weiteres Buch geben.
Im Moment sind meine Protagonisten David und Lea noch so präsent in meinem Kopf, dass ich am liebsten einen zweiten Teil schreiben würde. Ein paar Szenen gibt es auch schon. Möglicherweise wird es aber eine völlig andere Geschichte…

Autorenvita:

Die Autorin schreibt unter dem Pseudonym Eva D. Black, da sie nach außen ein völlig normales Leben führt und in ihrer unmittelbaren Umgebung kaum jemand von ihrer sexuellen Neigung weiß. „Die Augen des Beschenkten“ ist ihr erstes Buch und man merkt deutlich, dass sie weiß, wovon sie schreibt. Das Buch handelt von Liebe, Vertrauen und freiwilliger Hingabe. Gerade zu diesem sehr speziellen Thema ist es ihr ein Anliegen, ein klein wenig Aufklärungsarbeit zu leisten. Entgegen der leider immer noch weitverbreiteten Meinung hat BDSM eben absolut nichts mit Zwang und Gewalt zu tun, wenn die Partner sich vertrauen und aufeinander verlassen können.

Inhalt:

„Es ist schön,
den Augen dessen zu begegnen,
dem man soeben etwas geschenkt hat.“
Jean de La Bruyère

David und Lea sind seit 15 Jahren ein Paar mit einem (fast) normalen Leben – zwei Kinder, Haushalt und Beruf. Und doch ist ihre Beziehung alles andere als gewöhnlich.
Die tiefe Liebe, die sie verbindet, und die gemeinsame Leidenschaft zur härteren Spielart lassen die beiden viele sinnliche und lustvolle Stunden erleben. Die Regeln ihres Alltags sind klar definiert und geprägt von Dominanz und Unterwerfung, Gehorsam und Disziplin.
Doch was passiert, wenn sie diese Regeln bricht?
Wenn sie absichtlich dagegen verstößt oder der Alltag ein Einhalten unmöglich macht?

Ein prickelnd heißer BDSM-Roman – direkt aus dem Leben gegriffen.

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Lilium

Lilium

Lilium hat ihr Studium in Literaturwissenschaften und Mediävistik mit dem Schwerpunkt Sadomasochismusforschung abgeschlossen und lebt ihre BDSM-Neigung auch im Alltag offen aus. Die gebürtige Berlinerin ist nicht nur wahnsinnig neugierig darauf, was andere zu erzählen haben, sondern gibt zudem gerne einen Einblick in ihre ganz privaten Leidenschaften.

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1 Comment

  1. 6. August 2018 at 15:54 — Antworten

    Dieses Buch werde ich definitiv lesen, da ich auch finde, dass so viele Menschen leider 50 shades als Maßstab für bdsm nehmen. Werde es dann wahrscheinlich auch promoten, danke für diesen Beitrag Lilium und Eva D. Blacks 🙂

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